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Kita wirft Hartz IV Kind wegen 23 Euro raus
Weil Tatjana Wulff (28) 23 Euro Essensgeld nicht zahlen konnte, flog Tochter Helena (4) aus der Kita.
23 Euro kostet das Essen in der Kita „Abenteuerland". 23 Euro, die Hartz-IV-Empfängerin Tatjana Wulff (28) aus Lichtenrade im November nicht aufbringen konnte. Als Reaktion setzte die Kita-Leitung Töchterchen Helena (4) vor die Tür, schickte der Mutter per SMS eine fristlose Kündigung.
Tatjana Wulff hat nicht viel für sich und ihre Tochter. 380 Euro bekommt sie monatlich vom Jobcenter, plus 183 Euro Kindergeld und 133 Euro Unterhalt. Am Ende bleiben 300 Euro zum Leben. Davon bezahlt sie auch die 23 Euro Essensgeld, bisher immer pünktlich. Nur im November blieb sie dies schuldig, weil sie Helena eine lebenswichtige Operation ermöglichen musste.
Das Mädchen kam mit einem schweren Herzfehler auf die Welt. Schon dreimal musste Helena in einer Spezialklinik in Kiel operiert werden.
Anfang November reisten Mutter und Tochter für drei Tage wieder dorthin. Helena bekam einen Herzkatheter. 100 Euro kostete die Bahnfahrt, 60 Euro die Unterkunft für Tatjana. Viel Geld für die alleinerziehende Mutter, die gerade ihren Realschulabschluss nachholt. „Ich bekomme die Kosten von der Krankenkasse erstattet. Aber das dauert ein Weilchen", sagt sie. Nach dem Eingriff wurde Helena krank, hatte 40 Grad Fieber. Drei Wochen fehlte sie im „Abenteuerland". Am Donnerstag letzter Woche erhielt die Mutter von der Kita-Leiterin eine Warnung per SMS aufs Handy: „Wenn Sie bis Montag nicht zahlen, dann nehmen wir Helena nicht mehr an."
Tatjana Wulff rief an, schilderte die Situation und bat um Aufschub. Doch: „Die Leiterin sagte mir, dass ihr das egal sei." Am Montag kam wieder per SMS die fristlose Kündigung. Mittags lag die schriftliche Kündigung im Briefkasten. Die B.Z. fragt beim Kita-Träger, dem „Jugend- und Sozialwerk – gemeinnützige GmbH", nach. „Die Kündigung wird zurückgenommen", sagt die Regionalleiterin Berlin Margit Klengel nur kurz.
Tatjana könnte ihre Tochter wieder in die Kita bringen. Doch inzwischen hat sie eine neue Einrichtung für Helena gefunden.
Quelle: BZ-Berlin


